OpenAI startet Anzeigen in ChatGPT
Werbung in ChatGPT: OpenAI weitet Anzeigentests international aus. Auch Deutschland wurde genannt.

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Am 9. Juli 2026 berichteten Medien, dass OpenAI die Ausweitung seines Werbeprogramms auf Deutschland, Frankreich, Irland und Singapur vorbereitet. Darauf deuten unter anderem neue Stellen für Werbe- und Kundenbetreuungsteams in München, Paris, Dublin und Singapur hin. Eine offizielle Ankündigung von OpenAI sowie einen verbindlichen Starttermin für Deutschland gibt es bislang nicht.
Tipp: Wenn Sie global agieren, beobachten Sie die Entwicklung in den USA, um vorbereitet zu sein, falls die Werbeformate später nach Europa kommen.
Update: Kommt Werbung in ChatGPT nach Deutschland?
OpenAI hat seinen Werbetest seit dem Start in den USA auf mehrere weitere Märkte ausgeweitet. Dazu zählen unter anderem Kanada, Australien, Neuseeland, Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea.
Eine Einführung von ChatGPT Ads in Deutschland wurde bislang nicht offiziell angekündigt. OpenAI erklärt lediglich, die Tests im Laufe des Jahres auf weitere Märkte ausweiten zu wollen. Ob und wann Deutschland dazugehört, ist derzeit offen.
Auch der OpenAI Ads Manager ist aktuell noch nicht für Unternehmen mit Sitz in Deutschland verfügbar. Laut der offiziellen Länderliste können Werbetreibende das System derzeit in Australien, Kanada, Japan, Südkorea, Neuseeland, Großbritannien und den USA nutzen. Unternehmen aus anderen Ländern können ihr Interesse bei OpenAI hinterlegen.
Wie funktionieren Anzeigen in ChatGPT?
OpenAI testet Anzeigen in ChatGPT seit dem 9. Februar 2026.
- Zunächst wurden sie volljährigen, eingeloggten Nutzerinnen und Nutzern in den USA angezeigt, die den kostenlosen Tarif oder ChatGPT Go verwenden.
- Die Anzeigen erscheinen getrennt von der eigentlichen Antwort und werden eindeutig als gesponserte Inhalte gekennzeichnet.
- Sie sollen insbesondere dann eingeblendet werden, wenn ein Produkt oder eine Dienstleistung zum Thema der aktuellen Unterhaltung passt. Fragt eine Person beispielsweise nach Ideen für eine Reise, einem passenden Produkt oder einem Dienstleister, kann unterhalb der Antwort eine thematisch passende Anzeige erscheinen.
- Die organische Antwort und die Werbung bleiben dabei optisch voneinander getrennt.
Wer sieht Werbung in ChatGPT?
Anzeigen können derzeit in folgenden Tarifen erscheinen:
- ChatGPT Free
- ChatGPT Go
Werbefrei bleiben nach Angaben von OpenAI:
- ChatGPT Plus
- ChatGPT Pro
- ChatGPT Business
- ChatGPT Enterprise
- ChatGPT Edu
Während der Testphase will OpenAI außerdem keine personalisierten Anzeigen in Konten anzeigen, deren Nutzer als minderjährig erkannt werden oder sich selbst als unter 18 Jahre alt angegeben haben.
© © OpenAIAntworten und Werbung sollen getrennt bleiben
OpenAI betont, dass Werbetreibende keinen Einfluss auf die Antworten von ChatGPT erhalten sollen. Anzeigen sollen weder die Auswahl noch die Reihenfolge von Informationen innerhalb der eigentlichen Antwort verändern.
Zudem sollen Unterhaltungen privat bleiben. Nach Angaben des Unternehmens werden Chatverläufe nicht an Werbetreibende weitergegeben. Werbekunden erhalten also keinen Zugriff auf die persönlichen Gespräche einzelner Nutzerinnen und Nutzer.
OpenAI nennt unter anderem folgende Grundsätze:
- Antworten bleiben unabhängig von Werbeanzeigen.
- Anzeigen werden klar als gesponserte Inhalte gekennzeichnet.
- Gespräche werden nicht an Werbetreibende verkauft oder weitergegeben.
- Nutzer können Anzeigen ausblenden und Feedback geben.
- Die Personalisierung von Werbung lässt sich kontrollieren.
- Bei sensiblen Themen gelten besondere Einschränkungen.
OpenAI führt einen eigenen Ads Manager ein
Parallel zur internationalen Ausweitung baut OpenAI die technische Infrastruktur für Werbetreibende aus. Unternehmen können Kampagnen inzwischen über ausgewählte Agentur- und Technologiepartner oder über einen neuen Ads Manager buchen.
Der Ads Manager befindet sich noch in der Betaphase. Werbetreibende können dort unter anderem:
- Kampagnen, Anzeigengruppen und Anzeigen erstellen,
- Budgets und Gebote festlegen,
- Kampagnen starten und bearbeiten,
- Impressionen, Klicks und Kosten auswerten,
- Conversion-Messungen einrichten,
- Kampagnendaten als CSV-Datei exportieren.
OpenAI unterstützt mittlerweile auch Cost-per-Click-Gebote. Werbetreibende können damit abhängig von Klicks auf ihre Anzeigen bezahlen. Zuvor wurden Kampagnen zunächst vor allem auf Basis von tausend Werbeeinblendungen abgerechnet.
Für Unternehmen aus Deutschland ist der direkte Zugang zum Ads Manager derzeit allerdings noch nicht freigeschaltet.
Was bedeutet ChatGPT-Werbung für das Online-Marketing?
Mit Werbung in ChatGPT entsteht ein Anzeigenumfeld, das sich von der klassischen Suchmaschinenwerbung unterscheidet. Nutzer geben häufig keine kurzen Suchbegriffe ein, sondern beschreiben ihre Situation, ihr Problem oder ihre Kaufabsicht in vollständigen Sätzen.
Statt nach „Laufschuhe kaufen“ zu suchen, könnte eine Person beispielsweise fragen:
„Welche Laufschuhe eignen sich für Anfänger, die überwiegend auf Asphalt laufen?“
Für Werbetreibende wird dadurch nicht nur das einzelne Keyword wichtig. Entscheidend ist vielmehr, in welchem Gesprächskontext ein Produkt oder eine Dienstleistung relevant wird.
ChatGPT Ads könnten deshalb vor allem für Unternehmen interessant sein, deren Angebote konkrete Probleme lösen oder sich gut über bestimmte Anwendungsfälle erklären lassen.
Was Unternehmen jetzt vorbereiten können
Auch wenn ChatGPT Ads in Deutschland noch nicht offiziell verfügbar sind, sollten sich Unternehmen frühzeitig mit dem neuen Werbeumfeld beschäftigen.
1. Kundenfragen systematisch sammeln
Unternehmen sollten analysieren, welche Fragen ihre Kundinnen und Kunden vor einer Kaufentscheidung stellen. Dazu gehören beispielsweise Fragen zu Preisen, Einsatzmöglichkeiten, Unterschieden zwischen Produkten oder typischen Problemen.
Diese Informationen können später bei der Planung von Kampagnen und Anzeigen helfen.
2. Angebote anhand konkreter Anwendungsfälle erklären
Allgemeine Werbeaussagen reichen in dialogorientierten Umfeldern oft nicht aus. Unternehmen sollten deutlich machen, für wen ein Angebot geeignet ist, welches Problem es löst und wodurch es sich von Alternativen unterscheidet.
3. Produkt- und Unternehmensdaten aktuell halten
Klare Produktbeschreibungen, aktuelle Preise, strukturierte Daten und gut gepflegte Landingpages können entscheidend dafür sein, dass Angebote von KI-Systemen richtig verstanden und eingeordnet werden.
4. Sichtbarkeit nicht nur über Werbung aufbauen
Neben möglichen ChatGPT Ads bleibt die organische Sichtbarkeit wichtig. Hilfreich sind beispielsweise:
- verständliche FAQ-Seiten,
- ausführliche Produkt- und Leistungsbeschreibungen,
- Ratgeber zu typischen Kundenfragen,
- gepflegte digitale Unternehmensprofile,
- vertrauenswürdige Bewertungen und Referenzen.
- 5. Die Entwicklung in Europa beobachten
Die bisherigen Erweiterungen zeigen, dass OpenAI die Werbeplattform schrittweise internationalisiert. Eine Ausweitung auf weitere europäische Märkte ist grundsätzlich denkbar, wurde für Deutschland bislang aber nicht bestätigt.
Unternehmen sollten deshalb offizielle Mitteilungen und die Länderliste des OpenAI Ads Managers beobachten, anstatt bereits mit einem konkreten Starttermin zu planen.
Fazit: Neuer Werbekanal mit Potenzial – aber noch nicht in Deutschland
Werbung in ChatGPT entwickelt sich von einem begrenzten US-Test zu einer internationalen Werbeplattform. Mit dem Ads Manager, CPC-Geboten und Conversion-Messungen entstehen zunehmend Funktionen, die aus der klassischen Onlinewerbung bekannt sind.
Für deutsche Unternehmen bleibt ChatGPT Ads vorerst ein Zukunftsthema: Eine Einführung in Deutschland ist derzeit weder offiziell angekündigt noch terminiert.
Trotzdem lohnt es sich, die Entwicklung frühzeitig zu verfolgen. Denn sollte OpenAI den Werbetest auf Deutschland ausweiten, könnte ein neuer Performance-Marketing-Kanal entstehen, bei dem nicht nur Keywords, sondern vor allem konkrete Fragen, Bedürfnisse und Gesprächskontexte im Mittelpunkt stehen.



